Prof. Dr. Heinz Schulz

 

Wie kam ich zum Bridge?

Während einer Vortragsreise durch die Niederlande wartete ich in der Lobby eines kleinen Hotels auf Kollegen. Es war kurz vor 19.00 Uhr. Zu meiner Verblüffung  ergoss sich ein Menschenstrom in das Hotel und verschwand hinter einer Tür. Es war eine  bunte Mischung: Schüler und Rentner,  Manager; Hippies,  Pärchen. Ich dachte an eine Stadtteilversammlung zu einem brisanten Thema und ich fragte den Mann am Empfang: “What are they doing?”

Antwort: „They are playing Bridge!.“

Ich ging auch durch die Tür und schaute in einen großen Saal, in dem diese  Menschen friedlich und konzentriert an quadratischen Tischen saßen und Karten in der Hand hatten.  Schwer beeindruckt fragte ich mich, was kann  in diesem Spiel stecken, das so verschiedene Gruppen zu gemeinsamen Tun zusammenführt.

Der Eindruck grub sich bei mir ein, aber es dauerte noch Jahre, ehe ich Bridge näher treten konnte. Die beruflichen Pflichten als Lehrstuhlinhaber für Kristallographie und Mineralogie an der Universität München und als Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen ließen zu wenig Zeit dafür.

Nach dem Ende meiner  Berufstätigkeit stellte sich mir die  Frage: Weiter so oder etwas Neues?  Heraus kam: Beides. Ich hatte immer gerne Vorträge und Vorlesungen gehalten. Warum also nicht diese Erfahrungen auf Bridgeunterricht übertragen mit den modernen Vortragsmedien, die in den Naturwissenschaften schon Standard waren? So ging es los mit dem Bridge-Unterricht. Ich benutzte  Notebook und Beamer. Die Vorträge werden dadurch farbiger, interessanter und unterhaltsamer als mit den konventionellen Methoden.

Außerdem wusste  ich, Unterricht ohne Übungen bringt wenig Lernzuwachs. Deshalb gehen unsere Kurseinheiten auch über volle drei Stunden, genug Zeit zum Vortragen, genug Zeit zum Üben beim Kartenspielen, genug Zeit für eine Pause. Natürlich wird dabei  diskutiert und über verschiedene Bridge-Aspekte gesprochen. Zu den Kursen gibt es  Kurzfassungen  und Manuskripte, die sich direkt auf den Unterricht beziehen, so dass der Unterricht zu Hause „nacherlebt“ werden kann.

Auf diese Weise bringen wir unsere Kursteilnehmer zum „Bridge-Spielen“.

Der Unterricht folgt dem offiziellen System des Deutschen Bridgeverbandes Forum-D-2012